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Thomas Bernhard "Frost" Roman (1963)

 

Lesung des ganzen Romans 
an drei Tagen im 
Scharfrichter Haus (Milchgasse 2)
http://www.scharfrichterhaus.de

 

Bericht zur Lesung von Eberhard Wind

 

  1. Freitag, 28. Januar 2005  (ca. 16:00 - 23:30 Uhr)
  2. Samstag, 29. Januar 2005  (ca. 16:00 - 23:30 Uhr)
  3. Sonntag, 30. Januar 2005  (ca. 16:00 - 22:00 Uhr)

 

Es Lesen: Bianca Buhr, Edith Ecker, Alois Feuerer, Martin Frauenhofer, Franz Hamminger, Dieter Henschel, Franz Xafer Hofer, Bernd Kellermann, Manferd Kempinger, Karl Krieg, Edgar Liegel, Bernd Lipke, Peter Paleczek, Stefan Rammer, Alfred Schwarzmeier, Sabine Waldherr, Eberhard Wind und Christian Zeitler


Dokumente:

 

Frost (Roman 1963) - Ein Medizinstudent, der bei einem Assistenzarzt in Schwarzach, einer Kleinstadt, famuliert (= ein med. Praktikum macht), wird von diesem nach Weng gesandt, um den Bruder des Assistenzarztes zu beobachten - den selbstmordgefährdeten, dem Wahnsinn verfallenden Kunstmaler Strauch, der dort zurückgezogen in einem verkommenen Gasthaus lebt. Der nicht näher bezeichnete Ich-Erzähler begleitet den Maler 27 Tage lang und berichtet seinem Auftraggeber in sechs Briefen von seinen Begegnungen und Gesprächen in dieser Zeit. Aus der Zeitung, erfährt der Student, nachdem er nach Schwarzach zurückgekehrt ist, dass Strauch verschwunden ist und eine Suchaktion wegen der Witterung abgebrochen werden musste.
Weng liegt im Salzburger Land, im Hochgebirge, in einer von Eisblöcken umgebenen Grube. Der Maler Strauch wird von den Dorfleuten für verrückt gehalten. Er leidet. Er leidet am Frost, dem Frost in der Welt, der in die Seelen der Menschen eingedrungen ist, er leidet an der geistigen und seelischen Kälte, von der die Gesellschaft wie eine Krankheit befallen ist. Er ist nur noch einer erbitterter Anklage fähig. Alles in Strauch, Wahrnehmungen und Gedanken, stehen im Zeichen des Entsetzens. Er lebt nur im Reden, auf ein erahnbares Ende zu. Der Maler spricht nicht ins Leere, er braucht und hat jemand, der ihm zuhört. Der Student ist den ausufernden Monologen des Kunstmalers hilflos ausgeliefert und wird von dessen Visionen immer mehr aufgewühlt, das geht bis zum Verlust seiner eigener Identität. Am Ende geht der Maler Strauch unter, er verschwindet ganz einfach. Er verirrt sich im Schnee und wird nicht mehr gesehen. Vielleicht hat er Selbstmord begannen.