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Foto- Ausstellung "Thomas Bernhard" von Erika Schmied - 10. Februar - 19. März 2006
Kunstverein Passau in Zusammenarbeit mit den Passauer Thomas Bernhard-
Freunden
Dokumente zur Veranstaltung:
- Bericht-Eroeffnung_der_Foto-Ausstellung_von Erika_Schmied am_9.2.2006 in_Passau.pdf (Alois Feuerer)
- Rede_zur_Eroeffnung_der_Foto-Ausstellung von_Erika_Schmied am_9.2.2006 in_Passau.pdf (Alois Feuerer)
Pressestimmen:
Eröffnung der Foto- Ausstellung "Thomas Bernhard" von Erika Schmied mit Einführung durch Prof. Dr. Wieland Schmied
Donnerstag, 9. Februar 2006 19.00 Uhr
Sankt-Anna-Kapelle (Hl.-Geist-Gasse 4, Passau)
http://www.kunstverein-passau.de
Auch 17 Jahre nach Thomas Bernhards Tod ist das Werk eines der bedeutendsten Gegenwartsautoren noch immer im Gespräch. In seiner Prosa strebte Thomas Bernhard (9. Februar 1931-12. Februar 1989) nach Authentizität und damit nach Glaubwürdigkeit, die er nicht zuletzt durch eine Fülle geographischer Details zu erreichen suchte. Solchen Ortsangaben in Bernhards Jugenderinnerungen und in den übrigen Prosawerken ist die Fotografin Erika Schmied erstmals umfassend und systematisch nachgegangen.
Mehr als sieben Jahre war sie auf den Spuren von Thomas Bernhards Romanen in Österreich unterwegs - und fand die realen Vorbilder und deren Atmosphäre genau so, wie Bernhard sie in seiner suggestiven Sprache beschworen hat. Das mag für die Orte seiner Kindheit und Jugend nicht überraschen, die detailgenaue Übereinstimmung von Fiktion und Realität in allen anderen Prosawerken - von Schloss Wolfsegg (dem »Haus Österreich« in »Auslöschung«) bis zur Burg Hochgobernitz (Hochosterwitz in »Verstörung«) - verblüfft hingegen selbst Bernhard-Kenner. Erika Schmied hat alle diese Schauplätze, die für Bernhard von großer emotionaler Bedeutung waren und immer wieder zum Ausgangspunkt einzelner Texte wurden, nicht nur als Erste ausfindig gemacht, sie hat sie auch getreu der vom Dichter beschworenen Stimmung fotografisch dokumentiert.
Wir erleben die (scheinbare) Idylle der Kindheitsjahre von Henndorf und Seekirchen, die Stadt Traunstein, in der Bernhard die Kriegszeit verbrachte, den Keller der Scherzhauserfeldsiedlung in Salzburg oder die Lungenheilstätte Grafenhof bei St. Veit im Pongau. Einige dieser frühen Stationen seines Lebensweges sind hier- vor ihrem Umbau bzw. Abriss- zum letzten Mal in ihrem alten Zustand festgehalten.
Ebenso zeigt Erika Schmied Aufnahmen der drei Bauernhäuser, in denen Thomas Bernhard im Salzkammergut gelebt hat: den Vierkanthof in Obernathal/Ohlsdorf, die »Krucka« auf dem Grasberg bei Gmunden und das »Quirchtenhaus « in Ottnang mit Blick auf Wolfsegg. Für Thomas Bernhard haben Häuser stets eine besondere Rolle gespielt, für sein Leben wie für seine Prosa. Zeitlebens hat er die Einsamkeit gesucht- und verflucht; nicht zuletzt von dieser Spannung lebt seine Prosa. Häuser spiegeln und strukturieren die Existenz seiner Hauptfiguren, Häuser sind ihr Schicksal.
Die Fotografin: Die in Berlin und Vorchdorf/Oberösterreich lebende Fotografin Erika Schmied ist 1935 in Uelzen geboren. Sie studierte Graphik und Kunstgeschichte in Hamburg. Mehr als 30 Jahre arbeitete sie im Verlag Hoffmann und Campe als Redakteurin und Art-Direktorin für die Monatshefte MERIAN. Durch ihren Mann- den Kunsthistoriker Wieland Schmied, Autor zahlreicher Bücher zur Literatur und Kunst, der zu den frühen Förderern des jungen Thomas Bernhard zählt- lernt Erika Schmied nach ihrer Heirat 1966 den mit ihrem Mann befreundeten Dichter in Ohlsdorf/OÖ kennen. Bernhard war häufig zu Gast im Hause Schmied bis zu seinem frühen Tod am 12. Februar 1989. Die letzten eindrucksvollen Portraits entstanden im Oktober 1988. Im Residenz-Verlagerschienen von Erika und Wieland Schmied die Bücher »Thomas Bernhards Häuser« (1995), »Thomas Bernhards Welt, Schauplätze seiner Kindheit und Jugend« (1999), »Thomas Bernhards Österreich (2000)«. Sie wurden ein großer Erfolg. Die Ausstellungen ihrer Bernhard-Fotos wurden in verschiedenen Städten Deutschlands, Österreichs, Frankreichs und Spaniens gezeigt.
In der Ausstellung in der Sankt-Anna-Kapelle werden rund 150 s/w-Fotografien zu sehen sein. Außerdem wird das Werk Bernhards in Erstausgaben seiner Bücher vorgestellt. (Passauer Kunst Blätter 1/2006)
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