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Ganztextlesung "Die Kälte. Eine Isolation" (1978)
Ein Lesung im Rahmen der
Passauer Thomas Bernhard Tage
2009
LESUNG I von Thomas Bernhards "Die Kälte. Eine Isolation"
(1981)
mit sechs Leserinnen und Lesern in der
Staatlichen Bibliothek Passau (Michaeligasse 11)
Montag, 9. Februar 2009 (19:30 Uhr) - 78. Geburtstag von TB
LESUNG II von Thomas Bernhards "Die Kälte. Eine Isolation"
(1981)
mit sechs Leserinnen und Lesern im Kellergewölbe der
Unterkirche St. Margarethen (Große
Messergasse 2, Residenzplatz Passau)
Dienstag, 10. Februar 2009 (19:30 Uhr)
Es Lesen: Alois Feuerer, Martin Frauenhofer, Franz Hamminger, Dieter Henschel, Franz Xaver Hofer, Edgar Liegl, Jürgen Karl, Bernd Kellermann, Karl Krieg, Stefan Rammer, Christa Schubach, Eberhard Wind
Wovon erzählt der autobiographische Band "Die Kälte. Eine Isolation"?
Mit der Einweisung in die Lungenheilstätte Grafenhof in St. Veit im Pongau beginnt der vierte Teil von Thomas Bernhards fünfbändigen Jugenderinnerungen und damit ein neues Kapitel in der Leidensgeschichte des Achtzehnjährigen. Ein Schatten auf seiner Lunge verbannt ihn in die isolierte Welt des Sanatoriums, aus der es so leicht kein Entrinnen gibt. Er gehört aber nicht richtig dazu, noch hat er hat keine offene TBC. Wie auch im "Zauberberg" von Thomas Mann gibt es hier Liegekuren, Unter-suchungen, Fieberkurven, Pneumothorax. Aber es ist eine andere, wesentlich kältere Welt, die Bernhard hier beschreibt. Mit nichts als Hoffnungslosigkeit konfrontiert, schwankt er immer wieder zwischen absoluter Anpassung und Auflehnung. In Grafenhof schien nichts größer zu sein, als der Wille zu sterben. Er aber beschließt mit dem für ihn typischen Lebensmut, überleben zu wollen.
Mit seinem Freund, dem zehn Jahre älteren Musiker Brändle, unternimmt er dann trotz des strikten Verbotes Spaziergänge ins Dorf und singt in der Kirche zur Orgelbegleitung seines Freundes wie der dörflichen Organistin. Dabei lernt er zu seinem Glück auch seinen "Lebensmenschen", die 37 Jahre ältere Wienerin Hedi Stavianicek kennen. Nun setzte er gegen die Empfehlung der Ärzte die Medikamente ab. Nachdem die Verantwortlichen von Bernhards nächtlichen Abenteuern erfahren, verbieten sie ihm diese mit Androhung des Rausschmisses aus Grafenhof, trotzdem sich dessen Zustand seit dem Singen doch ständig gebessert hatte. Bernhard misstraut und wird gesund. Gegen den Willen der Ärzte entschloss er sich einfach, Grafenhof zu verlassen. Er kommt nach Hause, an den Ort, wo nun kein Großvater und keine Mutter auf ihn mehr warteten. Er schließt auch die Kaufmannslehre ab, ohne diesen Beruf dann auszuüben. In den zwei Jahren in Grafenhof setzte mit der intensiven Lektüre von wichtigen Büchern der Weltliteratur und der fortgesetzten Ausübung von Musik Bernhards Interesse an Literatur und der Wille zum Schreiben ein.
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