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Gedächtnisabend am 20. Todestag
Ein Veranstaltung im Rahmen der Passauer Thomas Bernhard Tage 2009
EINE HOMMAGE FÜR T.B. Mit selbstverfassten Beiträgen namhafter Autoren und Künstler mit musikalischer Begleitung.
Scharfrichterhaus (http://www.scharfrichterhaus.de, Milchgasse 2, Passau)
Donnerstag, 12. Februar 2009 (20:00 Uhr)
Eintritt: 10 EUR (Vorverkauf Scharfrichterhaus)
„Einmal am Tag freut man sich, dass man am Leben ist und noch nicht tot. Das ist ein unwahrscheinliches Kapital.“ (Thomas Bernhard)
Selbst verfasste Beiträge tragen vor: Rosa Maria Bächer (Lyrikerin Passau), Jürgen Dupper (Oberbürgermeister der Stadt Passau), Martin Frauenhofer (Lehrer, Mitglied Thomas Bernhard Gesellschaft), Karl Ignaz Hennetmair (Thomas Bernhard- Freund, Ohlsdorf OÖ), Franz Xaver Hofer (Lyriker Schärding), Edgar Liegl (Scharfrichter und Dozent München), Bettina Mittendorfer (Schauspielerin Traunstein), Franz Stanislaus Mrkvicka (Künstler / Maler Passau), Peter Paleczek (Lehrer a.D. und Schauspieler Passau), Edith Rabenstein (Kulturredakteurin, Passau), Wolfgang Reimann (Notar Passau), Prof. Wieland Schmied (Lebenslanger Freund von Thomas Bernhard, Kunstschriftsteller und Publizist / Vorchdorf OÖ), Rupert Schützbach (Lyriker Passau), Stefan Tilch (Intendant des Niederbayerischen Landestheaters), Eberhard Wind (Informatiker Passau);
Moderation: Alois Feuerer (Lehrer a.D., Stadtrat Passau)
Musikalische Zwischenspiele: Gerhard Koschel (Akkordeon)
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Alois Feuerer (Lehrer a.D., Stadtrat Passau) -
den Versuch machen, nicht zu Verzweifeln.
Alois Feuerer lud zur Hauptveranstaltung der Passauer Thomas Bernhard Tage
2009 eine Reihe namhafter Personen ein, die gebeten waren, anhand eines selbst
gewählten Bernhard-Zitats eigene Texte vorzutragen. Alois Feuerer führt durch
die Veranstaltung und liest die Beiträge von
Karl Ignaz Hennetmair
und Prof. Wieland Schmied, die beide nicht persönlich anwesend
sein konnten.
Moderationsunterlagen:
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Rosa Maria Bächer (Lyrikerin, Passau) liest Thomas Bernhards Gedichte "Psalm V" und "Erstes Lied" als Beitrag zum T.B.- Gedächtnisabend. Die Autorin begibt sich als Lyrikerin in Thomas Bernhards Lyrik und findet darin immer wiederkehrend das Wort „schwarz“. Dazu betrachtet sie den Psalm VIII näher, der sie in seiner Trostlosigkeit „wahrhaft erschüttert“. Als Hoffnungszeichen liest sie dagegen das Wort „rot“.
In dem Gedicht „Erstes Lied“ findet sie die Aussage: … es geht um nichts als um uns beide.“, für die sie Thomas Bernhard dankt. Denn sie sieht darin den Beweis, dass sich Bernhard nicht mit der Isolation und dem Monolog begnügen wollte.
Wortlaut des Beitrages:
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Jürgen Dupper (Oberbürgermeister der Stadt Passau) greift in seiner "Hommage für T.B." aus Thomas Bernhards Freundschaftsbuch "Wittgensteins Neffe" die bekannte Stelle auf, in der der Erzähler seine Irrfahrt zum Kauf der aktuellen "Neue Zürcher Zeitung (NZZ)" schildert. Jürgen Dupper würdigt in seinem Kommentar, T.B. als Mann der Aufklärung, der tagesaktuell durch Qualitäszeitungen informiert zu sein wünscht. Die NZZ gilt dem Erzähler als objektive und lesenswerte Informations- und Aufklärungsinstanz über die Vorgänge in der Welt.
Jürgen Dupper wörtlich:
"In dieser Passage wird aber auch der Aufklärer Bernhard evident, der die Neue Zürcher Zeitung als symbolischen Antipoden zur greifbaren oder vermuteten Kleingeistigkeit seiner Heimat stilisiert.
Er brachte in bester aufklärerischer Tradition das Licht der Welt, er schuf mit seinen reinigenden Monologen Klarheit... So wie der große Bernhard Minetti es formulierte: „Thomas Bernhard hat das Fragwürdige in unserem Tun bis in die Tiefe durchschaut.“
So brachte Bernhard die Neue Zürcher Zeitung in alle Orte, in denen seine Stücke gespielt wurden und in denen seine Bücher gelesen wurden. Er, der Ermöglicher."
Wortlaut des Beitrages:
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Martin Frauenhofer (Lehrer, Mitglied Thomas Bernhard Gesellschaft) - In seinem Beitrag zum Gedächtnisabend für Thomas Bernhard, an dessem 20. Todestag im Passauer Scharfrichterhaus, skizziert Martin Frauenhofer die Krankengeschichte sowie die Entwicklung bis zum Tode des Schriftstellers am 12.2.1989 in seiner Gmundner Wohnung. Er zitiert dabei aus Rudolf Brändles Buch „Zeugenfreundschaft. Erinnerungen an Thomas Bernhard“ (1999) und gibt Bernhards eigene wie Aussagen seines ihn ärztlich betreuenden Halbbruders, Dr. Peter Fabjan, zum Verlauf der letzten Monate und Tage wieder. Am Ende des Beitrages steht Martin Frauenhofers Gedicht „Es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt“ das er am 16.2.1989 geschrieben und beim Passauer Gedächtnisabend vorgetragen hat.
Wortlaut des Beitrages:
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Karl Ignaz Hennetmairs (Thomas Bernhard- Freund, Ohlsdorf OÖ)Beitrag zum Passauer Gedächtnis-Abend zum 20. Todestag Thomas Bernhards ist das Zitat aus der berühmten Dankesrede Thomas Bernhards für den Österreichsischen Staatspreis für Literatur 1967:
„Es ist nichts zu loben, nichts zu verdammen, nichts anzuklagen, aber vieles ist lächerlich; es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt.“
Vom Gesamtwerk Thomas Bernhards beeindrucken mich diese Zeilen am meisten, weil ich statt dem Wort „lächerlich“ an „unerheblich“ denke, und damit eigentlich schon alles gesagt ist. Dazu braucht es keines Kommentars." (Karl Ignaz Hennetmair, Realitätenmakler in Ohlsdorf/ Oberösterreich und Verfasser des berühmten Tagebuchs "Ein Jahr mit Thomas Bernhard - Das versiegelte Tagebuch 1972")
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Franz Xaver Hofer (Lyriker, Schärding) zeigt ausgehend von dem Zitat „Es sei für ihn der ergreifendste Augenblick gewesen, aus den ihn "seit Jahrtausenden", wie ihm schien, umgebenden Bildern auf einmal Gedanken zu machen.“ (aus Ein junger Schriftsteller), wie sich der junge Thomas Bernhard im Widerstand gegen die tradierten Bilder der ihn umgebenden Welt entwirft, indem er seine Verzweiflung und die der andern kontrolliert… „Er beschließt, seinem innern Drang zu folgen und etwas zu tun, wodurch er sich selbst nach keinem Bilde erschafft.“ Wesentliche Elemente seines Selbstentwurfes ist für Thomas Bernhard folgende Haltung: Das Leben ist nichts als ein Strafvollzug, sagt er, du musst diesen Strafvollzug aushalten. Lebenslänglich. Er sagt, er will und kann sich nicht auf die Seite derer stellen, die die Bilder-Macht in der Hand haben. Teile deine Strafhaft mit deinen Mithäftlingen, aber verbünde dich nie mit den Aufsehern.
Wortlaut des Beitrages:
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Edgar Liegl (Scharfrichter und Dozent München) nimmt Thomas Bernhards hochartifizielle Etüde über den Satz: „Im Grunde aber“, sagte der Fürst, „haben wir an dem Tag, gleich wovon, doch nur über das Hochwasser gesprochen.“ aus „Verstörung“ zum Anlass, den Zuhörern seinerseits mit dem Text „Hochwasser- Schauspiel“ einen Ausschnitt aus seinem persönlichen Passauer Hochwasser- Bewusstsein zu präsentieren.
Gabriele Blachnik hielt das Ereignis in dem Bericht der Passauer Neuen Presse so fest: „Über die Farce Theater oder Hochwasser (Textstelle aus Verstörung S 112-114) bestieg der Mitbegründer des Scharfrichterhauses den unverwechselbaren Sprachduktus Bernhardscher Prosa wie eine Welle und ritt sie bravourös mit einem eigenen Text über die Dreiflüssestadt weiter“ (Passauer Neue Presse v. 14.02.09.)
Wortlaut des Beitrages:
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Bettina Mittendorfer (Schauspielerin Traunstein) - In seinem autobiographischen Roman "Ein Kind" beschreibt Bernhard die vielen Verletzungen, die seine Kinderseele ertragen mußte, Mißhandlung und Demütigung durch die Mutter: "Du hast mir gerade noch gefehlt!" und die Gedanken, die er schon im Kindesalter gehegt hat: Zerstörung und Selbstmord. Aber er schildert auch manches Hochgefühl, das er durchlebte, als "Beherrscher der Welt!" auf dem alten Fahrrad seines Vormunds, oder als Weihnachtsengel beim Krippenspiel:
"...Alles hatte geklappt, nur der Engel hatte versagt. Er saß heraußen auf dem Gang und weinte, während im Saal der Vorhang fiel und der Applaus prasselte." Bettina Mittendorfer spielt Ausschnitte aus Bernhards fesseld bittere und auch euphorische Kindheitserinnerung.
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Der Maler Franz Stanislaus Mrkvicka (Künstler / Maler Passau) ist zusammen mit seiner Gattin Eva Mrkvicka den Passauer Thomas Bernhard- Freunden seit ihren ersten Lesungen als Hörer freundschaftlich verbunden. Dies zeigte sich auch darin, dass er für den Gedächtnisabend ein großformatiges Porträt von Thomas Bernhard schuf, das dann beim Gedächtnisabend versteigert wurde und dessen Erlös Franz S. Mrkvicka den Passauer Thomas Bernhard- Freunden generös überließ. In seinem Beitrag skizziert FSM eine kurze Geschichte der PTBF, um sodann mit Informationen zum Ehepaar Maleta die Lesung eines kurzen Auszuges aus Gerd Maletas Erinnerungsbuch „Setais- Tage mit Thomas Bernhard“ (1992) vorzubereiten. T.B.. war in seinen letzten zwanzig Lebensjahren oft Gast der Maletas und Gerda Maleta des öfters seine Reisebegleiterin, wenn es in den Süden ging. Sie verstarb 2007. In der von FSM zitierten Stelle zeigt Gerda Maleta, dass der Einzelgänger Thomas Bernhard die Gesellschaft von befreundeten Menschen gerne zum Abreagieren von Ressentiments und Spannungen (miss-) brauchte.
Wortlaut des Beitrages:
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Peter Paleczek (Lehrer a.D. und Schauspieler Passau) beschäftigt sich in seinem Beitrag zum Gedächtnisabend für Thomas Bernhard mit den Lese- und Exkursionsritualien der Passauer Thomas Bernhard- Freunde und vor allem mit der Bedeutung der 2004 abgerissenen Passauer Nibelungenhalle als idealem Aufführungsort von Thomas Bernhards „Der Theatermacher“ und seinem Weg zur Identifikation und Realisierung der Rolle des Staatsschauspielers Bruscon.
Wortlaut des Beitrages:
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Edith Rabenstein (Kulturredakteurin Passau) macht in ihrem Beitrag darauf aufmerksam, welch entscheidenden Einfluss die Bücherlektüre auf den Knaben Thomas Bernhard schon sehr früh hatte. Als reifer Autor teilt er der Öffentlichkeit darüber mit: „Die Welt als Wille und Vorstellung des Schopenhauer aus Frankfurt und die Gedichte des Christian Wagner aus Maulbronn waren, geistesentscheidend… Alle Bücher, die ich von da an bis heute gelesen und studiert habe, sind, so oder so, wie diese zwei Bücher: die Unmöglichkeit, die Wahrheit zu sagen und (oder) die Unfähigkeit, die menschliche Existenz zu überwinden.“ Diese Ohnmacht begleitete den Schriftsteller zeit seines Lebens beim Schreiben und macht es ihm schwer. Die seit ihrer Kindheit unaufhörliche Leserin Edith Rabenstein empfiehl am Schluss den Zuhörer Thomas Bernhards wunderbare Erzählung „Am Ortler“ zu lesen, damit er erkennt, „welch großartiger Schriftsteller Thomas Bernhard ist und wie sehr er - bei allem Intellekt und bei aller Kunstwelt - um die Seele des Menschen weiß.“
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Wolfgang Reimann (Notar Passau) - Anmerkungen zu Thomas Bernhards Gedichten. Der Jurist und Notar sowie leidenschaftliche Leser, Professor Dr. Wolfgang Reimann, macht in seinem Beitrag darauf aufmerksam, dass Thomas Bernhards Lyrik in ihrem Wert viel zu wenig bekannt sei. Die Gedichte des Zyklus „In hora mortis“ , aus dem er "Wild wächst die Blume meines Zorns", "Meine Angst quält mich, Herr" und "Ich weiß keine Straße mehr die hinaus führt" rezitiert, schätzt Wolfgang Reimann als besonders signifikant für Thomas Bernhard. Diese Gedichte, die in Ausdruck und Form an „Psalmen“ erinnern, seien ein bedrückendes Dokument, aus dem Sehnsucht, tiefe Not, Trauer, Klage und am Ende Verzweiflung sprechen. Sie sind ein frühes Fazit eines 27-jährigen. Alles, was danach kommt, auch die bittere Ironie in seiner Prosa, sind Variationen zum Thema.
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Prof. Wieland Schmied (Lebenslanger Freund von Thomas Bernhard, Kunstschriftsteller und Publizist / Vorchdorf OÖ)
Die Schwierigkeit, das Geistesprodukt oder das Körperprodukt, also mein Kunststück oder deine Arbeit, meine Körperkunst oder deine Geisteskunst … zu zeigen oder zu veröffentlichen, ohne augenblicklich Selbstmord machen zu müssen, diesen fürchterlichen Beschämungsprozeß durchzumachen, ohne sich umzubringen, etwas zu zeigen, das man ist, etwas zu veröffentlichen, das man ist, sagte er, durch die Hölle des Vortragens und durch die Hölle der Veröffentlichung durchzugehen, durch diese Hölle der Veröffentlichung gehen zu müssen, rücksichtslos durchzugehen durch diese fürchterlichsten aller Höllen (aus der Erzählung „Midland in Stilfs“, 1971)
Ausgehend von diesem Zitat beschäftigt sich der bekannte Kunst- und Literaturpublizist, Professor Dr. Wieland Schmied, der lebenslange Freund von Thomas Bernhard, aus dem nahe bei Ohlsdorf gelegenen Vorchdorf /OÖ in seinem Beitrag mit einem Grundmotiv Thomas Bernhards, nämlich dessen Hang, sich von der Welt zu distanzieren und abzuschließen, unauffindbar zu sein und „sich zu verrammeln“, um Kontakten aus dem Weg zu gehen. Wieland Schmied zeigt uns, welche Scham und welche Pein es Thomas Bernhard bereitete, zu schreiben, und wie er immer wieder mit Schreibhemmungen zu kämpfen hatte, um den Text dann doch aufs Papier zu bringen und schließlich den Widerstand überwinden musste, ihn zu veröffentlichen.
Wortlaut des Beitrages:
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Rupert Schützbach (Lyriker und Aphoristiker Passau) beschäftigt sich in seinem Beitrag mit Thomas Bernhards Gedichten: „In der Bibel, da steht ein großer Baum für die Toten“ und vor allem auch mit dem Gedicht ,,Der Tag der Gesichter“ , wo er fragt: ,,Warum muß ich die Hölle sehen? Gibt es keinen anderen Weg/zu Gott?“ Zum Schluss bringt Rupert Schützbach Thomas Bernhard in seinem Gedicht „Wurzeln“ wortspielerisch mit den wortgewaltigen Thomas von Aquin und Bernhard von Clairvaux in Verbindung.
Wortlaut des Beitrages:
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Stefan Tilch (Intendant des Niederbayerischen Landestheaters) - Ausgehend von der Kernaussage Thomas Bernhards in seiner Dankrede für den Empfang des Bremer Literaturpreises 1965 „Mit der Klarheit nimmt die Kälte zu. Diese Klarheit und diese Kälte werden von jetzt an herrschen“, lässt uns Stefan Tilch, der Intendant des Landestheaters Niederbayern, wissen, dass er nicht die Sicht teilt, „dass Thomas Bernhard, der negativste aller Autoren, der einsamste Verneiner, der größte Schilderer absoluter Hoffnungslosigkeit“ sei. Er erkennt in Thomas Bernhards Negativismus und Pessimismus die Sehnsucht nach einer besserer Welt. Dem Leser und Betrachter ist die Aufgabe gestellt, sich bei der Lektüre und Betrachtung „Bernhards düsterer Darstellung von gescheiterten Beziehungen und Lebensentwürfen und degenerierten Gesellschaftskreisen eine andere Welt herbeizuwünschen und eben selber zu denken.“ Für den Theatermann und Theatermacher Stefan Tilch liegt die Utopie von der besseren Welt und ihrer Verwirklichung in den Händen des Zuschauers und Lesers.
Wortlaut des Beitrages:
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Eberhard Wind (Informatiker Passau) - Nur Schatten stehen da, wo sie die Träume trieben .... Er vermittelt einen Eindruck von der Wirkung Bernhards Gedichte. Dazu rezitiert er, auswendig und ohne weiter darauf einzugehen, eine kleine Auswahl.
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Gerhard Koschel (Akkordeon) spielt Stücke von Mikael Tariwerdijew, Arnold Schönberg, Sergei Rachmaninow, Wolfgang Amadeus Mozart, György Ligeti und Johann Sebastian Bach.
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