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Thomas Lang - Lesung 

 

Der Ingeborg-Bachmann-Preisträger 2005 Thomas Lang

liest aus seinem Roman Am Seil

 

Mittwoch, 3. Mai 2006, 20 Uhr Passau Scharfrichterhaus

 

Kartenvorbestellung: 0851/35900 

Veranstalter: "Passauer Pegasus"

 

Thomas Lang

geboren 1967 in Nümbrecht (NRW), studierte Literatur in Frankfurt/Main. Seit 1997 lebt er als Autor in München. 2002 erschien der Roman "Than", ausgezeichnet mit dem Bayerischen Staatsförderungspreis und dem Marburger Literaturpreis. 2005 erhielt Thomas Lang den Ingeborg-Bachmann-Preis für einen Auszug aus dem Roman "Am Seil", der im Frühjahr 2006 erschienen ist.

 

Zum Roman "Am Seil" 

Bert Kesperg kann nicht mehr laufen, jedenfalls nicht ohne Gehhilfe, seine Hände zittern, der ehemalige Englisch- und Sportlehrer verfällt mitunter in eine minutenlange Starre. Nach der Scheidung von seiner Frau lebt er in einem Seniorenwohnheim. Er liebt seine Pflegerin, die schöne und ihm ungewöhnlich zugewandte Pauline. Am gleichen Tag, an dem sie ihm eröffnen muß, daß ihr gekündigt wurde, erhält Bert überraschend Besuch von seinem Sohn Gert. Im Dämmer seines Zimmers glaubt er einen Moment lang, es sei der Tod, der ihn holen kommt.

Bert hat nie viel von seinem Sohn gehalten. Und Gert scheint dieses Bild mit jedem Wort, jedem Schritt zu bestätigen. Der ehemals bekannte Fernseh-Moderator steckt nach einem Übergriff auf seine Assistentin und nach einem schweren Autounfall, bei dem seine junge Geliebte ums Leben kam, in einer tiefen Krise. Doch als die beiden das Altersheim verlassen und in Berts Auto zu dem Hof fahren, auf dem sie früher gelebt haben, wendet sich das Blatt. Jenseits ihres lebenslangen Machtkampfes entwickelt sich eine prekäre Nähe, und es ist Gert, der den Entschluß, den sie beide stillschweigend gefaßt haben, zielstrebig umsetzt …

Thomas Lang erhielt für einen Auszug aus diesem Roman den Ingeborg-Bachmann-Preis 2005. Er erzählt aus wechselnder Perspektive und mit einer perfekten Choreographie, präzis und packend, von einem geradezu archaischen Vater-Sohn-Konflikt, der eine überraschende Lösung erfährt. Dabei gelingen ihm gleichzeitig bewegende und nicht selten von absurder Komik aufgeladene Bilder, die einen tief berühren und lange nachwirken.

 

Pressestimmen: 

"…spannende Darstellung einer rätselhaften Vater-Sohn-Verschlingung auf Leben und Tod …" Frankfurter Allgemeine Zeitung

" … von archaischer Kraft und zeitkritischer Brisanz." Neue Zürcher Zeitung

" Gestochen scharf und in allen denkbaren Grautönen: Der letztjährige Ingeborg-Bachmann-Preisträger Thomas Lang erzählt in seinem Roman "Am Seil", wie ein Vater und sein Sohn sich in ihrer Todessehnsucht bestärken …"

die tageszeitung

" … kraftvolles, kafkaeskes Stück über eine extrem schwierige Vater-Sohn-Beziehung."

Süddeutsche Zeitung

Foto: Thomas Lang

Foto:Thomas Lang