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Thomas Bernhard und der Tierpräparator Höller

Manchmal fuhr Bernhard auch mit einem Traktor, der zu seinem Bauernhof in Obernathal gehörte, durch das Aurachtal, um Möbel in die "Krucka" zu bringen. Zufälige Begegnungen für Gespräche über Land und Leute waren ihm immer recht.
Bernhard erlebte auf seinen Fahrten, dass die kleine Aurach bei Hochwasser plötzlich zu einem reißenden Fluss werden konnte, über die Ufer trat und die Straße überflutete. Höllers Haus an dieser gefährdeten "Aurachengstelle", dazu die ungewöhnliche Arbeit des Tierpräparators spielten für die Entstehung des Romans "Korrektur" eine entscheidende Rolle.
In seinem Roman "Korrektur" schildert Bernhard, dass der Tierpräparator Höller sein Haus bewusst an die gefährlichen Aurachengstelle gebaut hat, um den Naturgewalten zu trotzen. Im Höllerhaus hat der Naturwissenschaftler Roithamer die Idee zu einem "verrückten" Bauwerk. Einen Kegel zu entwerfen, jenes seiner Schwester zugedachte absolute Bauwerk als Kunstwerk, das er dann in der Mitte des Kobernaußerwaldes ausgeführt hat.
In der Aurach, liest man in "Korrektur", herrscht nie Stille. Hier hört man ununterbrochen das Getöse des Wassers, aber das habe dem Höller nichts ausgemacht, "es war vielmehr seine Absicht zu erklären, und bat darum, einen Blick in die Werkstatt tun zu dürfen.
Höller, der Bernhard für einen potenziellen Kunden hielt, zeigte bereitwillig seine Arbeit in der Werkstatt. Präparatur, eine Tätigkeit, die ihn fasziniert haben dürfte.
In "Korrektur" blickt der Erzähler wie gebannt von der Dachkammer hinunter in die Werkstatt: "Immerfort beobachtete ich von meinem Fenster oben, von der Höllerschen Dachkammer aus, wie der Höller unten in seiner Werkstatt den riesigen schwarzen Vogel ausstopfte..."
Bernhard kam wieder und wollte oben im Haus das Zimmer sehen, das auf die Aurach hinausgeht.

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http://www.bibliothekderprovinz.at

Das Buch wurde am Sonntag, den 26. Juli 2009, bei der Feier zum 50 jährigen Jubiläum der Tierpräparatur von Alfred Höller vorgestellt. Im Nachwort des Buches werden die Verdienste der Passauer Thomas Bernhard- Freunde im Prozess der Popularisierung des Hauses Höller in der Aurachtalstraße nahe Pinsdorf als eines "Schauplatz eines Romans der Weltliteratur (Korrektur)" und der Entstehung des Buches folgendermaßen gewürdigt:

«Im Jahr 2000 eröffnete die Familie Höller dann ihr in Österreich einmaliges "Tierweltmuseum" mit mehr als 2000 Präparaten von Tieren aus alles Weltgegenden. In diesem Museum hatte ich ein paar Jahre später ein außergewöhnliches Erlebnis: zu Gast bei Höllers waren die "Passauer Thomas Bernhard Freunde" mit ihrem Initiator Alois Feuerer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Bernhard-Texte bei Lesungen an ungewöhnlichen Schauplätzen einem interessierten Publikum nahe zu bringen. Sie lasen am Ort des Schauplatzes des Romans "Korrektur" so eindrucksvoll aus der mächtigen Sprache Bernhards, inmitten von tausenden von Präparaten an den Wänden. Der Eindruck war so stark, ich wähnte mich an einem magischen Ort und werde diese Lesung nie mehr vergessen. Dieser Abend hätte sicher auch Bernhard bewegt, wenn er dabei gewesen wäre!
Durch die damalige Lesung wurde dem Hausherrn Alfred Höller selbst erst richtig bewusst, dass seine Familie zu den Hauptfiguren eines Romans der Weltliteratur zählte.
Nach diesem Erlebnis reifte allmählich der Plan, ein Buch über Bernhard, den Tierpräparator Höller und sein hochinteressantes Handwerk zu machen das nur wenige kennen.»
(Erika Schmid, Thomas Bernhard und der Tierpräparator Höller - S92 )



Thomas Bernhard und der Tierpräparator Höller
von Erika Schmied und Hans Höller
Verlag: Bibliothek der Provinz
24 x 21 cm, 96 Seiten, duplex
24,00 € (42,00 sfr)
ISBN 978-3-85252-276-0

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